Lektion Fortschritt:

Woche 1: Was darf ich nicht? – Bildrecht

In den Lektionen zuvor wurde viel über Rechte und den Schutz von diesen Rechten geschrieben z. B. der Schutz der Rechte eines Urhebers. Doch was ist denn konkret der Gegenstand, der hier geschützt werden soll. Wenn wir uns in unserem Kurs meist auf Lernmedien konzentrieren, dann sprechen wir hier wohl am meisten über Texte, Bilder, Videos, Ton und Animationen – oder auch eine Mischung hieraus.

Wenn wir in der Aus- oder Weiterbildung zu Lehr- bzw. Lernzwecken Medien zusammenstellen, dann ist die Versuchung dabei auf einzelne Medien aus dem Internet zurückzugreifen sehr groß. Copy and paste – kopieren und einfügen – sind feste Begriffe beim Erarbeiten von Schulungsunterlagen geworden. Das Kopieren von Fotos oder Grafiken findet heute millionenfach statt. Ein aussagekräftiges Foto oder die gut erklärende Grafik wertet ein Lernmedium enorm auf, jedoch ist die eigene Erstellung trotz digitaler Technik meist aufwendig.

Bei der Verwendung von Bildern lassen sich drei unterschiedliche Aspekte erkennen, die auch in der Aus- und Weiterbildung relevant sind.

Wenn Sie mit Ihrem Smartphone oder Ihrer Digitalkamera ein Foto machen, dürfen Sie dieses selbstverständlich auch in Ihren Unterlagen verwenden, da Sie ja selber der Urheber sind. Jedoch sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie nicht alles und jeden fotografieren dürfen bzw. diese Fotos nicht veröffentlichen dürfen.

Das Verwenden von fremden Bildern ist ausreichend durch das Urheberrecht geregelt. Ohne Zustimmung ist eine Nutzung nicht zulässig (Ausnahme siehe Lektion 3 Bildungszwecke). Etwas komplizierter wird es bei der Bearbeitung von Bildern. Moderne Bildbearbeitungssoftware bietet auch Ungeübten eine einfache Möglichkeit, Bilder zu verändern. Darf man so etwas tun und wird hierdurch ein neues Werk geschaffen? Das Nutzungsrecht wird normalerweise durch eine entsprechende Lizenz geregelt. Liegt eine solche Lizenz nicht vor, darf ein Werk nicht verändert werden. Sollte die Lizenz eine Veränderung gestatten, dann entsteht hierdurch nicht zwangsläufig ein neues Urheberrecht, da hierzu eine bestimmte „Schöpfungshöhe” Ihrer Leistung notwendig ist. In der Praxis ist diese Schöpfungshöhe jedoch schwer zu definieren. Eine Umwandlung eines fremden Farbfotos in ein Schwarz-Weiß-Foto macht es noch nicht zu Ihrem Werk. Auch zu diesem Thema gibt es ein interessantes Video, leider mit etwas schlechten Ton.

Das dazugehörige Gesetz finden Sie unter: dejure.org

Das Thema Recht am eigenen Bild ordnen wir dem Datenschutzrecht zu und behandeln es deshalb in der nächsten Lektion.

Aufgabe 1

Wir haben für diesen Kurs ein paar Fotos gemacht, die wir gerne durch Sie „rechtlich beurteilen” lassen wollen. Bitte geben Sie in dem hier unten angelegten Forum “Bildrechte” einen Kommentar zu den hier gezeigten vier Bildern. Dürfen wir diese Bilder veröffentlichen bzw. von wem müssen wir eine Erlaubnis einholen?

Durch klicken auf ein Bild gelangen Sie in eine größere Ansicht.

  • Für das Bearbeiten dieser Aufgabe und aller Videos für diese Woche erhalten Sie den Badge: RechtversteherIn 
Medienrecht: Bildrecht
2018-07-24T14:14:19+00:00